Glossar

Alle Fachbegriffe aus dem Buch – kurz und verständlich erklärt.

3-2-1-Regel
Faustformel der Datensicherung: drei Kopien der Daten, auf zwei unterschiedlichen Speichermedien, davon eine an einem anderen Ort.
Access Point
Ein WLAN-Sender, der Funknetz im Gebäude bereitstellt; mehrere davon leuchten größere Räume lückenlos aus.
Action1
Schlanker Verwaltungsdienst, um Updates auf Geräten zentral einzuspielen – kostenlos für bis zu 200 Geräte, als Alternative ohne Microsoft.
Alias-Adresse
Eine Art Spitzname für ein echtes Postfach: Der Alias leitet eingehende Mails an eine oder mehrere echte Adressen weiter, ohne selbst ein eigenes Postfach zu sein.
Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)
Schriftliche Zusage eines Dienstleisters, sorgsam und nur im Auftrag des Vereins mit personenbezogenen Daten umzugehen – eine Art Hausordnung für alle mit Datenzugang.
Authenticator-App
App auf dem Smartphone, die alle 30 Sekunden einen neuen Einmalcode als zweiten Faktor erzeugt; funktioniert offline.
Backup
Eine Sicherungskopie der Daten, mit der sich der Verein gegen Datenverlust absichert. Ein Backup, das man nie getestet hat, ist keine Sicherung – nur Hoffnung.
Bitwarden
Passwortmanager für Teams mit geteilten Tresoren; lässt sich kostenlos selbst hosten oder günstig als Cloud-Dienst nutzen.
BookStack
Übersichtliches, selbst hostbares Wiki für Vereinswissen wie Anleitungen und Prozesse – auch für Nicht-Techniker geeignet.
Brevo
Newsletter-Dienst (ehemals Sendinblue) mit EU-Serverstandort und kostenlosem Einstieg – DSGVO-konform und auf Deutsch verfügbar.
Cloud
Eure Daten und Programme liegen auf den Rechnern eines Anbieters in einem gesicherten Rechenzentrum; ihr greift per Internet von überall darauf zu.
CMS (Content-Management-System)
Der Baukasten hinter einer Webseite, mit dem ihr Texte und Bilder pflegt, ohne programmieren zu können – etwa WordPress oder Contao.
Container
Leichtgewichtige Form der Virtualisierung: Nur die einzelne Anwendung läuft isoliert, sie teilt sich den Systemkern mit dem Wirt (z. B. LXC oder Docker). Startet schneller und braucht weniger Ressourcen als eine ganze virtuelle Maschine.
DKIM
Ein fälschungssicheres Siegel auf dem E-Mail-Umschlag: Der Empfänger kann prüfen, dass die Mail wirklich von euch stammt und unterwegs nicht verändert wurde.
DMARC
Der Türsteher für eingehende Post an eure Domain: Er legt fest, was mit Mails passiert, die die Prüfungen SPF und DKIM nicht bestehen – durchlassen, in Quarantäne stellen oder abweisen.
DNS
Das „Telefonbuch des Internets“, das einen Namen wie euer-verein.de in die passende Serveradresse übersetzt.
Domain
Die eigene Adresse des Vereins im Internet, etwa euer-verein.de. Wer die Domain besitzt, besitzt die digitale Identität des Vereins.
Domain-Registrar
Die Firma, bei der die Domain registriert ist. Wer den Registrar-Zugang kontrolliert, kontrolliert die gesamte digitale Identität des Vereins – deshalb besonders schützen.
Double-Opt-in
Pflichtverfahren für Newsletter: Wer sich einträgt, muss die Anmeldung per Bestätigungslink aktiv bestätigen. Nur so ist die Einwilligung nachweisbar.
DSGVO
Die Datenschutz-Grundverordnung – sie gilt auch für Vereine ohne Ausnahme und regelt, wie personenbezogene Daten verarbeitet werden dürfen.
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Verfahren, bei dem nur Absender und Empfänger den Inhalt lesen können – niemand dazwischen, auch der Anbieter nicht. Kennzeichen z. B. des Messengers Signal.
Endpoint Protection
Schutz direkt auf den Endgeräten – Notebooks, Desktops, Smartphones. Für viele Vereine reicht der kostenlose Windows Defender als Basisschutz.
Firewall
Ein Pförtner am Übergang zwischen eurem Netzwerk und dem Internet: Er entscheidet, wer hinein- und hinausdarf. Leistungsstarke Varianten (Next-Generation-Firewalls) erkennen Angriffe zusätzlich aktiv.
Föderation (föderiert)
Prinzip, bei dem viele eigenständige Server miteinander vernetzt sind und der Verein einen eigenen betreiben kann, statt von einem zentralen Anbieter abzuhängen – etwa bei Matrix/Element.
Funktionspostfach
E-Mail-Adresse, die zu einer Rolle gehört statt zu einer Person – etwa vorstand@ statt eines Privatnamens. Wechselt der Amtsträger, bleibt die Adresse bestehen.
Georedundanz
Daten liegen gespiegelt in mehreren räumlich getrennten Rechenzentren, sodass ein Ausfall an einem Ort nicht zum Datenverlust führt.
Hosting
Der gemietete Platz im Internet, auf dem eure Webseite liegt – wie ein gemietetes Grundstück. Bereitgestellt von einem Hoster wie All-Inkl, Hetzner, IONOS oder Strato.
HTTPS
Die verschlüsselte, abhörsichere Verbindung zwischen Browser und Webseite; erkennbar am kleinen Schloss-Symbol. Heute Pflicht für jede Vereinswebseite.
Hypervisor
Die Software-Schicht, die die virtuellen Maschinen auf einem Server verwaltet und voneinander trennt.
Kanban
Eine Tafel mit Spalten von „offen“ über „in Arbeit“ bis „erledigt“, die zeigt, wer was bis wann macht – schafft Klarheit bei der Aufgabenplanung.
Künstliche Intelligenz (KI)
Werkzeuge, die Texte schreiben, zusammenfassen, übersetzen oder umformulieren – kein Zauber, sondern eine Anlaufhilfe, die dem Ehrenamt das leere Blatt nimmt.
LLM (Sprachmodell)
Ein „großes Sprachmodell“ – die Technik hinter Diensten wie ChatGPT, Copilot oder Gemini, die menschliche Sprache verarbeitet und erzeugt.
Lock-in
Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter, aus der man kaum wieder herauskommt. Offene Schnittstellen und Exportfunktionen beugen dem vor.
LXC
Eine ressourcenschonende Container-Art für Linux-Dienste wie Nextcloud oder Passbolt; für die meisten Vereinsdienste besser geeignet als eine ganze virtuelle Maschine.
Matrix / Element
Quelloffener, föderierter und selbst hostbarer Messenger (Element ist die App zu Matrix) für Vereine, die volle Kontrolle über ihre Kommunikation wollen.
MFA (Multi-Faktor-Authentifizierung)
Zusätzlicher Riegel beim Login: Neben dem Passwort (etwas, das man weiß) braucht es einen zweiten Faktor (etwas, das man hat, z. B. das Smartphone). Selbst ein gestohlenes Passwort reicht dann nicht aus.
Microsoft 365
Zentral verwaltetes Cloud-Paket mit E-Mail, Teams, SharePoint, OneDrive und Office – für gemeinnützige Organisationen oft kostenlos oder stark vergünstigt.
NAS (Network Attached Storage)
Ein kleines Gerät, das dauerhaft im Vereinsraum läuft und als zentraler Netzwerkspeicher dient. Ersetzt kein vollständiges Backup – die externe Kopie bleibt Pflicht.
Nextcloud
Quelloffene Plattform für Dateiablage, Kalender, Kontakte und Videokonferenzen, die selbst betrieben werden kann und maximale Datenkontrolle bietet.
Passbolt
Quelloffener Passwortmanager für Teams mit rollenbasierten Tresoren; lässt sich selbst hosten und gut mit Nextcloud kombinieren.
Passkey
Passwortloses Anmelden per Fingerabdruck, Gesicht oder Geräte-PIN – Passwort und zweiter Faktor in einem Schritt. Noch nicht überall verfügbar, aber die Zukunft.
Passwortmanager
Programm, das alle Zugänge verschlüsselt speichert und im Team teilbar macht, ohne dass jemand die Passwörter im Klartext kennen muss.
Phishing
Täuschend echte E-Mails, die scheinbar von bekannten Personen kommen und mit Zeitdruck arbeiten, um an Zugänge oder Daten zu gelangen.
PoE (Power over Ethernet)
Technik, bei der ein Gerät wie ein Access Point seinen Strom direkt über das Netzwerkkabel bekommt – ohne separate Steckdose.
Proxmox Backup Server (PBS)
Kostenlose Lösung der Proxmox-Entwickler für inkrementelle Backups virtueller Maschinen – nur Änderungen werden gesichert, das spart Speicher und Zeit.
Proxmox VE
Kostenlose, quelloffene Virtualisierungsplattform mit Weboberfläche, die auf einem normalen PC oder Server virtuelle Maschinen und Container betreibt.
Ransomware
Erpressungssoftware, die eure Dateien verschlüsselt und für die Freigabe Geld verlangt. Gute Backups machen das Lösegeld überflüssig.
Rechtemodell
Regelung, wer welche Ordner und Daten öffnen darf. Ohne Rechtemodell dürfen alle alles – auch sensible Projekt- und Personaldaten.
Recovery-Codes
Einmalig verwendbare Backup-Codes für den Fall, dass der zweite Faktor (z. B. das Smartphone) verloren geht. Gehören offline aufbewahrt, nie im Klartext in die Cloud.
Refurbished
Professionell aufbereitete Gebrauchtgeräte, oft mit Garantie – für einen Bruchteil des Neupreises die nachhaltige und günstige Wahl bei der Hardware.
Router
Das Gerät, das den Internetanschluss ins Vereinsnetz bringt; in fast jedem steckt bereits eine solide Basis-Firewall, etwa in einer Fritzbox.
Signal
Kostenloser, datenschutzfreundlicher und Ende-zu-Ende-verschlüsselter Messenger – für kleine Teams und informelle Abstimmungen die einfachste Wahl.
Single Point of Failure
Die einzelne Person (oder das einzelne Bauteil), von der alles abhängt. Fällt sie aus, steht der Verein still – das größte organisatorische IT-Risiko im Ehrenamt.
Snapshot
Eine eingefrorene Momentaufnahme eines Systems, mit der sich ein Zustand in Minuten wiederherstellen lässt. Ersetzt aber kein vollständiges Backup an einem anderen Ort.
SPF
Der Gästelisten-Check für E-Mails: Er legt fest, welche Server überhaupt in eurem Namen senden dürfen, und verhindert Spam unter eurer Adresse.
SSL-Zertifikat
Der digitale Ausweis, der die verschlüsselte HTTPS-Verbindung einer Webseite ermöglicht – heute bei seriösen Hostern kostenlos, etwa über Let's Encrypt.
Switch
Verteiler im Netzwerk, der mehrere Geräte per Kabel miteinander und mit dem Router verbindet.
TAN
Ein Einmalcode – etwa beim Online-Banking – der zusätzlich zum Passwort eingegeben wird; ein klassisches Beispiel für Multi-Faktor-Authentifizierung.
TrueNAS
Lösung, die Dateiserver und Virtualisierung in einem Paket kombiniert – interessant für Vereine mit starkem Fokus auf Dateiablage.
USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung)
Kleine Pufferbatterie am Technikplatz, die kurze Stromausfälle überbrückt, damit Router, Server oder Kasse nicht mitten im Betrieb ausgehen.
Verschlüsselung
Verfahren, das Daten so verschließt, dass nur Berechtigte sie lesen können – die Grundlage für sichere Passwörter, E-Mail und Cloud-Speicher.
Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten
DSGVO-Pflicht für Vereine: eine einfache Tabelle, die festhält, welche personenbezogenen Daten wofür, von wem, wie lange und wo verarbeitet werden.
Virtualisierung
Auf einem einzigen physischen Server laufen mehrere abgeschottete virtuelle Computer gleichzeitig – wie getrennte Wohnungen in einem Haus. Fällt einer aus, bleiben die anderen unberührt.
Virtuelle Maschine (VM)
Ein vollständig eigenständiger virtueller Computer mit eigenem Betriebssystem auf einem gemeinsamen Server – nötig etwa für Windows Server oder komplexe Setups.
VLAN
Getrennte Netzbereiche innerhalb desselben Netzwerks – so erreichen Gäste und private Handys über das Gäste-WLAN nicht die Vereinsgeräte, die Kasse oder den Server.
VPN
Ein sicherer, verschlüsselter Fernzugang ins Vereinsnetz – ermöglicht geschütztes Arbeiten von außerhalb.
WHOIS
Das öffentliche Inhaberverzeichnis einer Domain. Steht dort der Vereinsname als Inhaber, bleibt die Domain beim Verein, auch wenn Vorstände wechseln.
Wiki
Eine gemeinsame Wissenssammlung für Anleitungen, Prozesse und Zugänge, die das Wissen im Verein hält, wenn eine Person geht – gelebte Resilienz.
WordPress
Das weitverbreitetste CMS mit großer Community und vielen Erweiterungen (Plugins); einfach aufzusetzen, muss aber konsequent aktuell gehalten werden.
XCP-ng
Kostenlose, quelloffene Virtualisierungs-Alternative zu Proxmox auf Basis des Xen-Hypervisors, mit eigener Management-Oberfläche (XenOrchestra).